Wer Kontaktlinsen trägt oder in Betracht zieht, sich welche zuzulegen, der hat sicherlich schon einmal von der sogenannten Basiskurve gehört. Darunter ist ein Parameter zu verstehen, der bei Linsen einen zentralen Stellenwert einnimmt. Um zu verstehen, was es damit genau auf sich hat, betrachten wir diesen BC-Wert tiefergehend.

Die Augen – komplexe und hochleistungsstarke Organe

Wie so vieles in unserem Körper stellen auch die Augen wahre Wunderwerke der Natur dar. Es handelt sich dabei um hochkomplexe, enorm leistungsfähige Sehorgane, die noch dazu von Mensch zu Mensch verschieden ausfallen. Sie sind einzigartige, individuelle Gebilde. Keines gleicht dem anderen. Nicht umsonst beispielsweise kann die Iris zur Identifizierung von Menschen genutzt werden – ganz ähnlich wie das auch bei Fingerabdrücken der Fall ist. Die Augen unterscheiden sich aber auch grundsätzlich beispielsweise in ihrer Größe und nicht zuletzt in ihrem Sehvermögen. Klar, dass das dann auch bei der Anpassung von Kontaktlinsen eine Rolle spielen muss. Dabei gilt es eine Vielzahl von Faktoren zu berücksichtigen. Die Basiskurve bzw. der BC-Wert ist eine dieser Größen, die unbedingt vom Optiker oder Augenarzt überprüft werden muss, um die passenden Linsen anzufertigen.

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Optimale Anpassung von Kontaktlinsen an die Hornhaut ist unerlässlich

Um die Basiskurve besser verstehen zu können, tun wir gut daran, uns zunächst einmal etwas genauer mit dem Zusammenspiel von Augen und Linsen auseinanderzusetzen. Jede Linse schwimmt im Tränenfilm auf der Kornea (Hornhaut). Da das Auge mehr oder weniger ständig in Bewegung ist, muss die Haftschale jeder dieser Bewegungen problemlos mitmachen können. Das klappt aber nur, wenn sie hinsichtlich ihrer Größe und ihrer Form auf die individuellen Gegebenheiten des Sehorganes abgestimmt ist.

Die Form bzw. die Krümmung drückt sich im BC-Wert aus. BC steht für "Basis Curve", also für Basiskurve.

Gemeint ist damit die hintere Kurvenlinie der Kontaktlinse, die sich wiederum an der Form der Hornhaut orientiert. Anders ausgedrückt: Die Form der Linse und die Form der Hornhaut müssen miteinander korrespondieren. Da sich letztere aber nicht verändern lässt, muss entsprechend die Linsenform angepasst werden. Nur wenn das der Fall ist, ist wirklich scharfes, beschwerdefreies Sehen möglich. Und damit wären wir wieder bei der Größe der Basiskurve, die genau dieses Zusammenspiel im Auge gewissermaßen beziffert.

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Wie wird die Basiskurve für Kontaktlinsen bestimmt?

Nachdem man sich klar geworden ist, welch hohe Gewichtung der BC-Wert bei der Kontaktlinsenanpassung einnimmt, drängt sich sofort die Frage auf, wie genau dieser Parameter nun gemessen wird, um ihn präzise zu bestimmen. Es versteht sich beinahe von selbst, dass dies nur durch einen Augenarzt oder einen Optiker geschehen kann. Im Mittelpunkt steht dabei die exakte Vermessung der Kornea mit einem Keratometer oder einem Videokeratometer. Dabei handelt es sich um optisch-elektronische Geräte, mit denen exakte Aussagen über die Oberfläche der Hornhaut und über deren Verlauf möglich sind. Das Videokeratometer liefert dabei die deutlich exakteren Messungen, da es mit erheblich mehr Messpunkten arbeitet. Aus den gewonnenen Messergebnissen wird schließlich die Größe der Basiskurve abgeleitet, die neben dem DIA-Wert in den Kontaktlinsenpass eingetragen wird. Die Maßeinheit des BC-Wertes ist übrigens Millimeter. Und aus dieser Angabe heraus ergibt sich schlussendlich die Krümmung der Kontaktlinsen. Entsprechend müssen die Linsenmodelle dann angepasst werden.

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Die Basiskurve im weltweiten Durchschnitt

So unterschiedlich und individuell die menschlichen Augen auch sein mögen – der mit großem Abstand am häufigsten vorkommende BC-Messgröße beträgt weltweit 8,6 mm. Dabei handelt es sich um einen durchschnittlichen Wert, der nicht exakt mit der Krümmung der Hornhaut übereinstimmen muss. Vielmehr hat sich im Laufe der Jahre herausgestellt, dass dieser Durchschnittswert geradezu ideal für die überwiegende Mehrheit der Kontaktlinsenträger ist. Die genauen Gründe dafür sind nicht bekannt. Der Umstand erleichtert den Linsenherstellern ihr Geschäft natürlich deutlich. Statt unzählige Linsen mit individuellen Werten zu produzieren bzw. vorrätig zu halten, reicht es meist, solche mit 8,6 mm anbieten zu können – unabhängig davon übrigens, ob es um Tageslinsen, Wochenlinsen oder Monatslinsen geht. In der Regel lassen sich aber relativ problemlos Sehhilfen mit einem BC-Wert zwischen 8,3 und 9 mmm bekommen. Dabei gilt: Je höher dieser ist, desto geringer die Krümmung.

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Und daraus wiederum folgt: Menschen mit kleinen Augen haben in der Regel auch eine kleine BC-Angabe, weil ihre Kornea eine größere Krümmung aufweist. Bei großen Augen verhält es sich mit der Basiskurve dann genau umgekehrt.

Die Basiskurve bei Kontaktlinsen – leicht zu verstehen

Sie sehen also, dass das mit dem BC-Wert keine besonders große Sache und seine Bestimmung alles andere als Hexenwerk ist. Dennoch spielt er natürlich für den optimalen Sehkomfort eine große Rolle, wenn Sie Linsen tragen. Zusammen mit dem DIA, der die Größe angibt, ist die Basiskurve für Kontaktlinsen eben der entscheidende Faktor. Gut möglich, dass sie die festgestellte Messgröße ein Leben lang begleitet und sie immer wieder mal damit konfrontiert werden. Da ist es bestimmt nicht verkehrt, dass Sie nun die Hintergründe kennen. Bei der der Bestimmung Ihrer Sehstärke – ob beim Optiker oder Augenarzt – läuft allerdings ohnehin alles von selbst und die exakt passende Sehhilfe wird auf Ihre Anforderungen hin bestimmt.


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